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Der menschliche Körper bzw. sein Immunsystem hat im Laufe der
Evolution gelernt mit natürlichen Stoffen und ihren Signalen
umzugehen, d.h. die (bio)chemische Information zu verarbeiten und
zu verstehen, welche Stoffe giftig oder ungiftig sind.
Synthetische Stoffe werden als körperfremd identifiziert und
der Körper muss daher Kraft aufwenden, diese auszuschleusen
oder unschädlich zu machen, unabhängig von ihrem toxischen
Potential.
Die regelmäßige Zufuhr synthetischer Stoffe z.B. über
die Kosmetik und damit über die Haut sorgt für eine andauernde
Alarmbereitschaft bzw. Störung des Immunsystems, die zur Entwicklung
von Allergien – auch gegen toxikologisch völlig unbedenkliche
Stoffe – führen kann.
Die ausgebildeten Allergien richten sich gegen
synthetische
wie natürliche Stoffe:
Duftstoffe
sind nach Nickel die häufigsten Verursacher von Kontaktallergien.
26 Stoffe, denen ein besonders allergenes Potential zugesprochen
wurde, müssen nach EU-Kosmetikverordnung unter den Inhaltsstoffen
auf jeder Verpackung aufgeführt werden, darunter viele Bestandteile ätherischer Öle.
Einige davon besitzen tatsächlich ein hohes Potential (s.u.),
bei anderen wurde inzwischen nachgewiesen, dass das Potential sehr
gering oder gar nicht vorhanden ist (z.B. Linalool, Limonene, Geraniol).
Ebenso konnte gezeigt werden, dass synthetische Einzelduftstoffe
ein größeres allergenes Potential besitzen als in der
Form natürlicher ätherischer Öle – die anderen
Bestandteile der organischen Vielstoffgemische mindern also das allergene
Potential erheblich!
Eine Studie von Ulrich Meyer konnte nachweisen, dass ausgewiesene
Duftstoffallergiker (getestet mit dem „Duftstoffmix“ der
Dermatologen) auf organische ätherische Öle und deren Mischungen
statistisch relevant nicht reagierten. Die organischen Öle enthielten
die gleichen Einzelsubstanzen, die im dermatologischen Duftstoffmix
enthalten waren.
Hohes allergenes Potential besitzen:
synthetische Duftstoffe
v.a. polyzyklische Moschusverbindungen, Hydroxycitronellal, 4-(4-Hydroxy-4-methylpentyl)-3-cyclohexencarboxaldehyd
natürliche / naturidente Duftstoffe
(synthetischen oder natürlichen Ursprungs)
Isoeugenol, Cinnamal, Cinamyl Alkohol, Eichenmoosextrakt, Baummoosextrakt
Konservierungsmittel
zählen ebenfalls zu den wichtigen Kontaktallergenen.
Laut einer jüngsten Studie des IVDK (Informationsverbunde Dermatologischer
Kliniken) weisen die höchsten Sensibilisierungsquoten von über
1% (der getesteten Personen) auf- Methyldibromoglutaronitril >
- Methyl(chlor)isothiazolinon >
- Formaldehyd >
- Parabene >
- Bronopol (2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol)
also: halogenorganische Verbindungen und Parabene
Haarfarben
So gut wie alle synthetischen Haarfarben, ganz besonders oxidative
Haarfarben weisen ein sehr hohes allergenes Potential auf, welches
sogar auf der Verpackung als gesonderter Warnhinweis angeführt
sein muss.
Dr. tech. nat. Doris Brandhuber / LIM Cosmetics
GmbH Wien
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